Grundlagen

Ausbildung zum Gemeindekurator / zur Gemeindekuratorin

Ein Kooperationsprojekt der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Copyright: Theologisches Zentrum der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig, Alter Zeughof 1 und
Haus Kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Archivstraße 3. 

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Die Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig und die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers haben einen Ausbildungsgang zum ehrenamtlichen Gemeindekurator bzw. zur ehrenamtlichen Gemeindekuratorin entwickelt. In enger Rückbindung an beide Kirchenleitungen und in Zusammenarbeit eines Kollegenkreises aus Hannover und Braunschweig wird das Projekt geplant und durchgeführt. Das Mandat eines Kurators, einer Kuratorin ist durch folgende Eckpunkte charakterisiert:

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Kuratoren und Kuratorinnen (Ansprechpersonen und "Kümmerer") unterstützen insbesondere in größeren Pfarrverbänden/Regionen, die Gemeindeleitung von Kirchenvorstand und Pfarramt. Das wachsende strukturelle Problem, insbesondere ländlicher Kirchengemeinden und Pfarrverbände, soll mit diesem neu profilierten Ehrenamt angegangen werden.

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Kern der Kuratorentätigkeit ist das Bemühen, das kirchliche Leben vor Ort zu unterstützen. Der Kurator bzw. die Kuratorin gibt der Kirche vor Ort ein Gesicht, ist ansprechbar, auskunftsfähig und vermittelnd tätig. Auf diese Weise sollen die Pfarrämter entlastet und die Präsenz einer verlässlichen Ansprechperson in den Gemeinden gewährleistet werden. Baupflege, Kirchenführungen, Koordinationsaufgaben, Unterstützung, Veranstaltungsorganisation, Andachten und Besuche können nach Begabung und Bedarf zum Aufgabenspektrum gehören. 

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Die Tätigkeit eines Kurators bzw. einer Kuratorin unterstützt die pastorale Präsenz, sie ersetzt diese nicht. Dies gilt auch im Blick auf die Aufgaben von Lektoren und Lektorinnen sowie Prädikanten und Prädikantinnen. Das Kuratorenmandat reagiert auf den Strukturwandel, es beschleunigt ihn nicht. Die Gemeinden bestimmen selbst, ob sie ein Kuratorenmandat vergeben bzw. ein Gemeindeglied in die Qualifizierung für das Mandat entsenden.

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Die Kuratoren üben ihre Tätigkeit gemeindegebunden und nur im Rahmen einer Beauftragung und in kontinuierlicher Zuordnung und Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand und Pfarramt aus. Über Art und Umfang der Beauftragung entscheiden die Kirchenvorstände im Rahmen der Kirchengemeindeordnung. Dienst- und Fachaufsicht liegen bei den Kirchenvorständen. Der Pfarrer bzw. die Pfarrerin kommt mit dem Kurator bzw. der Kuratorin zu regelmäßigen Dienstbesprechungen zusammen.

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Die Beauftragung ist widerruflich und an die Legislaturperiode des beauftragenden Kirchenvorstandes gebunden; sie kann nach erneuter Prüfung der Voraussetzungen. Voraussetzung für die Beauftragung zum Kurator ist die verbindliche und vollständige Teilnahme an der Qualifizierungsmaßnahme sowie die Bereitschaft, sich jährlich an einer Fortbildung zu beteiligen, die spezifische Kompetenzen erweitert und vertieft. 

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Die Qualifizierungsmodule vermitteln Schlüsselkompetenzen für Ehrenamtliche:

  • Kenntnisse (Geschichte und Strukturen der Kirche, Zuständigkeiten etc.),
  • Sensibilität (kommunikative, spirituelle, soziale) und
  • Innovationsbereitschaft (Motor und Fürsprecher der Gemeindeentwicklung). 
     

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Die Qualifizierung gliedert sich in vier Module, die mit jeweils acht Einheiten (90 min) von Freitag 16.30 Uhr bis Sonntag 11.00 Uhr im Theologischen Zentrum Braunschweig, im Hanns-Lilje-Haus Hannover und im Michaeliskloster Hildesheim stattfinden. Themenbezogen kommen Referenten und Referentinnen hinzu.

Die Landeskirchen finanzieren anteilig die Kosten der Ausbildung.